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Matthias Lexer an Karl Hegel, Erlangen, 20. Mai 1861

Hochgeehrter Herr Professor!

Indem ich Ihnen für Ihre gefällige Mittheilung bestens danke, kann ich nur bedauern, d[aß] die Kaiserl[iche] Akademie die Anfrage Hirzels bei H[errn] v[on] Karajan so aufgefaßt zu haben scheint, als ob sie durch mich veranlaßt worden wäre.

Ich hatte mich Hirzel gegenüber gleich erboten, einen Theil der Unterstützung zu opfern, doch er glaubte, lediglich in der guten Absicht mir jene Sum[m]e ungeschmälert zu belaßen, wenigstens eine Anfrage bei dem ihm befreundeten H[errn] v[on] Karajan zu thun, wozu ich allerdings meine Erlaubnis gab mit dem Bemerken, d[aß] meiner Ansicht nach die Akad[emie] nichts weiter thun könne u[nd] werde, nachdem sie ohnehin durch die bewilligte Subvention2 (die ich niemals als „Honorar“ auffaßte) meine Erwartung übertroffen hatte.

Nun ist die Sache auch gleich ins Reine gekommen u[nd] der Druck wird demnächst bei Hirzel beginnen.

Mich Ihnen bestens empfehlend verharre ich mit vollkommenster Hochachtung als Ihr ganz ergebenster
MLexer.