Indem ich Ihnen für Ihre gefällige Mittheilung bestens danke, kann ich nur bedauern, d[aß] die Kaiserl[iche] Akademie die Anfrage Hirzels bei H[errn] v[on] Karajan so aufgefaßt zu haben scheint, als ob sie durch mich veranlaßt worden wäre.
Ich hatte mich Hirzel gegenüber gleich erboten, einen Theil der Unterstützung zu opfern, doch er glaubte, lediglich in der guten Absicht mir jene Sum[m]e ungeschmälert zu belaßen, wenigstens eine Anfrage bei dem ihm befreundeten H[errn] v[on] Karajan zu thun, wozu ich allerdings meine Erlaubnis gab mit dem Bemerken, d[aß] meiner Ansicht nach die Akad[emie] nichts weiter thun könne u[nd] werde, nachdem sie ohnehin durch die bewilligte Subvention (die ich niemals als „Honorar“ auffaßte) meine Erwartung übertroffen hatte. |
Nun ist die Sache auch gleich ins Reine gekommen u[nd] der Druck wird demnächst bei Hirzel beginnen.
Mich Ihnen bestens empfehlend verharre ich mit vollkommenster Hochachtung als Ihr ganz ergebenster
MLexer.
Lexer, MatthiasMatthias Lexer11905732818301892Lexer, Matthias (1830–1892), in Kärnten geborener Privat- und Gymnasiallehrer, Sprachwissenschaftler und Lexikograph, der 1861 wissenschaftlicher Mitarbeiter Karl Hegels am Editionsunternehmen „Die Chroniken der deutschen Städte“ der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wurde und ihm auch nach seinem Ausscheiden verbunden blieb. 1863 wurde er außerordentlicher, 1866 ordentlicher Professor für Deutsche Philologie an der Universität Freiburg im Breisgau und war von 1868 bis 1890 Ordinarius an der Universität Würzburg. Im Jahre 1891 folgte er einem Ruf an die Universität München, verstarb aber ein Jahr später.
Hegel, KarlKarl Hegel
HiKo
11657075X
Nürnberg49.453872,11.077298In Franken an der Pegnitz gelegene ehemalige Reichsstadt, seit 1806 Stadt des Königreichs Bayern.
Reiffenstein
, Ingo: Matthias Lexers Kärntisches Wörterbuch, in: Matthias von Lexer. Beiträge zu seinem Leben und Schaffen. Hg. von Horst
Brunner
(= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beihefte. Heft 80), Stuttgart 1993, S. 83-96.
Reiffenstein
: Lexers Kärntisches Wörterbuch
1993
Naumann
, Bernd: Matthias Lexers Promotionsakt, in: Horst Brunner (Hg.), Matthias von Lexer. Beiträge zu seinem Leben und Schaffen (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beihefte, Heft 80), Stuttgart 1993, S. 33-81.
Naumann
: Lexers Promotionsakt, S. 33-81.
1993
Kreis
, Marion: Karl Hegel. Geschichtswissenschaftliche Bedeutung und wissenschaftsgeschichtlicher Standort (= Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 84), Göttingen, Bristol, CT, USA 2012.
Kreis
: Geschichtswissenschaftliche Bedeutung
2012
Hirzel, Heinrich Salomon11691635418361894Hirzel, Heinrich Salomon (1836–1894), in Leipzig geborener Verleger, Sohn des Verlegers und Buchhändlers Salomon Hirzel (1804–1877).
Hirzel (Verlagsbuchhandlung)Salomon Hirzel (Verlagsbuchhandlung)
Karajan, Theodor GeorgTheodor Georg Karajan12140940618201873Der Historiker und Germanist Theodor Georg Karajan (1820–1873) wirkte seit 1841 an der Wiener Hofbibliothek, der heutigen Österreichischen Nationalbibliothek, und stand dieser zuletzt als „Erster Custos“ bis zu seinem Tod (mit Unterbrechung von 1850 bis 1854) vor; er war ordentliches Mitglied der ein Jahr zuvor gegründeten Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, von 1851 bis 1866 war er ihr Vizepräsident, 1866 bis 1869 ihr Präsident. Überdies war er seit 1853 korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, von 1859 an auch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Professor, ProfeßorBerufs- oder Amtsbezeichnung und Anrede für den Inhaber einer Professur an einer Universität oder Hochschule, wobei nicht jeder Professor eine Professur bekleidet; früher auch Bezeichnung für einen Gymnasiallehrer (Gymnasial-Professor) bzw. Lehrer an einer Lateinschule.
kaiserlichAuf einen Kaiser oder ein Kaiserreich bezogen, zu ihm gehörend, es betreffend etc.
Akademie der Wissenschaften (Wien)Gelehrtengesellschaft, die mit der Genehmigung ihrer Statuten am 14. Mai 1847 durch den österreichischen Kaiser Ferdinand I. (1793-1875) im vorletzten Jahr seiner Herrschaftszeit gegründet wurde.
Hirzel-Verlag, Hirzelsche VerlagsbuchhandlungIm Jahre 1853 von Samuel Hirzel (1804-1877) in Leipzig gegründeter Verlag, der 1877 von seinem Sohn Heinrich Hirzel (1836-1894) und 1894 von seinem Enkel Georg Hirzel (1867-1924) übernommen wurde.
Honorar, HonorarienVergütung; „Honorarien“ als veralteter Plural von „Honorar“, hier gebraucht im Sinne von Vergütung einer nebenberuflichen Tätigkeit oder einer freien Mitarbeit.
Druck, Drucke„Druck“ als Abkürzung oder Synonym für Drucklegung gebraucht, darüber hinaus auch für ein fertiges Druckerzeugnis (z. B. Kunstdruck, gedruckte Edition einer handschriftlichen Quelle etc.) stehend, somit auch im Sinne von „alte Drucke“.
Kärntnisches WörterbuchWörterbuch von Matthias Lexer (1830-1892) erarbeitet und 1862 in Leipzig unter dem Titel: „Kärntnisches Wörterbuch mit einem Anhange: Weihnachts-Spiele und Lieder aus Kärnten“ erschienen, als der Verfasser bereits Mitarbeiter Karl Hegels (1813-1901) war.